CHORwelten 2022 – Ein Erlebnisbericht

CHORwelten, ein neues Chorprojekt des Sächsischen Musikrats, soll zur Begegnung der Chormusik beitragen: mit vielfältigen kostenfreien Angeboten für Ensembles aller Altersgruppen, Besetzungen und Leistungsniveaus. Dieses Jahr durften Chöre aus Mitteldeutschland und Tschechien Chemnitz zum Klingen und singen bringen. Hervorragende Chorfachleute warteten mit Coachings, Workshops für Chorleiter und  Chöre  sowie Wertungssingen, um die Chöre persönlich auf ihrem musikalischen Weg zu begleiten.

          

Freitagnachmittag, Feierabend, und dann ab zum Leipziger Hauptbahnhof: Mit dem 9-Euro-Ticket ausgerüstet, nahmen die Westklänge den RE 6 nach Chemnitz. Da dieser bereits gut gefüllt war,  mussten wir uns auf einige Abteile verteilen. Diesmal waren wir eine überschaubare Gruppe von 14 Sänger und Sängerinnen, dafür aber umso motivierter, gespannter und voller Neugierde. Erstmal einchecken, ein wenig frisch machen und dann noch mal los: Der Freitagabend diente dem gemütlichen Ankommen, dem körperlich-kulinarischen Wohl sowie einem so wenig in den letzten Monaten genutzten Gemeinschaftsgefühl.

          

Samstag morgen war es dann soweit: Einsingen mit über 30 Chören aus Sachsen und Tschechien in der Chemnitzer Stadthalle: strecken, recken, pusten, summen und schon starteten die Workshops: Ad-Hoc Chor, Voraussetzungsfreies Singen mit Joachim Geibel, Einblicke in die Vocal Complete Technique mit Dita Kosmakova. Am Ende des Tages sangen über 70 Sänger und Sängerinnen zwischen 10 und 70 Jahren John Lennons „Imagine“ mehrstimmig mit Hilfe von Carsten Gerlitz. Das war ein wahres Klangbad.

Währenddessen fanden die ersten Wertungssingen statt, denen wir, wenn möglich staunend lauschten. Unser großer Moment rückte ja auch immer näher. Vor einer Jury singen war für die meisten von uns bis dahin Neuland. Aber das danach angebotene Coaching wollten wir uns nicht entgehen lassen. So ging es dann Sonntags in Westklangblau und mit unserem Chorleiter Elmar an unserer Seite in den großen Saal der Stadthalle. Eine besondere Akustik erwartete uns und neben der Jury auch einige Zuschauer. So kam es dann „und 1 und 2; und 1-2-3-4“, los geht’s und nach 20 Minuten, die sich wie fünf anfühlten war es auch schon wieder vorbei. Manchmal etwas unsicher, manchmal etwas schräg aber mit viel Spaß sangen wir uns durch unser Repertoire. Fürs erste Mal vor einer Jury, erste Mal mit Elmar, erste Mal mit nur 14 Chormitgliedern war das doch ganz gut, oder?

Im anschließenden Coaching zeigte uns Joachim Geibel wie wir noch mehr aus den Songs und unser Potenzial holen können. Den Beat und Groove gemeinsam spüren, halten und sich trauen, einfach präsent zu sein und selbstbewusst loszulegen.

Etwas heiser, müde aber voller Impulse und Klangerlebnisse saßen wir Sonntagnachmittag wieder im Zug zurück nach Leipzig. Denn auf geht’s ins nächste Abenteuer…

Text: Marie-Luise Wittwar; Fotos: Marie-Luise Wittwar, Maja Herrmann-Fuchs

Save the Date: Westklang lädt ein.

Westklang feiert 5-jähriges Jubiläum mit den O-Tönen aus Frankfurt am Main

Wann: 19. November, um 20.30 Uhr

Wo: Kunstkraftwerk Leipzig

Wir werden FÜNF und das ist doch der beste Anlass, zu feiern und zu singen. Und da das mit Gästen noch viel mehr Spaß macht, laden wir die O-Töne aus unserer Partnerstadt Frankfurt am Main am 19.11. ins Kunstkraftwerk in Leipzig ein.

Nicht entgehen lassen und schon mal im Kalender mit rotem Stift markieren!

Informationen zu Tickets etc. folgen in Kürze.

Westklang groovt unter neuer Leitung

Diana Labrenz und Elmar Kühn wollen Neues probieren, den modernen Groove in die Musik von Westklang installieren und den Klang mit einzigartigen Arrangements erneuern. Wir sind sehr gespannt. Bitte stellt Euch doch mal vor:

Diana Labrenz

Wie bist du zu Westklang gestoßen und was gefällt dir hier besonders?
Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder Karin vertreten und kannte den Chor somit schon. Als sie dann aus Leipzig weggezogen ist, hat sie mich gefragt, ob ich den Chor übernehmen möchte und ich habe mir noch meinen Kollegen Elmar Kühn ins Boot geholt.
Mir gefällt besonders die herzliche und offene Atmosphäre bei Westklang sowie die Lust am Singen, auch wenn es darum geht, Neues auszuprobieren und die Komfortzone zu verlassen.

Was hast Du vor mit dem Chor?
Ich würde den Chor gerne musikalisch etwas moderner gestalten, auch mit eigens für uns geschriebenen Arrangements. Das wird sicher eine Herausforderung, aber wenn alle mitziehen, kann das sehr spannend werden.

Was ist dein künstlerischer Werdegang?
Das erste Mal auf der Bühne stand ich im zarten Vorschulalter als Rumpelstilzchen. Ich wäre lieber die Prinzessin gewesen, aber das Rumpelstilzchen hat wohl schon damals besser zu mir gepasst. Dann folgte eine lange Querflöten-Phase – tatsächlich wollte ich das lange Zeit studieren. Als ich dann aber mit 15 Jahren das Singen, oder genauer gesagt den Jazz- und Popgesang entdeckte, war schnell klar, dass das mein Weg werden würde. Ich war damals das jüngste Mitglied im Jazzchor Freiburg, sang in verschiedenen Bands und kam 1994 zum Gesangsstudium nach Leipzig.

Was machst du sonst so?
Ich leite gemeinsam mit meinem Kollegen Richard Leisegang den Jugend Pop-Jazzchor Leipzig e.V., bin Stimmbildnerin der Young Voices Brandenburg und nerve überhaupt viele Sangeswillige mit meinem technischen Anspruch und Perfektionismus. Auf der Bühne stehe ich mit meiner Coverband „Jamtonic“, bis vor Kurzem habe ich noch die Bühnen der Welt mit meiner Vocal Pop Band „VOXID“ unsicher gemacht. Demnächst bin ich in einer Produktion am Schauspiel Leipzig involviert, worauf ich mich schon sehr freue.

Kaffee oder Tee? Ganz klar Kaffee!
Süß oder Salzig? Eher salzig. Oder immer im Wechsel. 😉
Ballade oder Smash-Hit? Je nach Stimmung, würde ich sagen. Ich mag auf jeden Fall Songs, die mich zum Tanzen bringen
Dur oder Moll? Moll
Beat oder Offbeat? Bei Westklang ganz klar Offbeat. Immer wieder, bis es alle intus haben.
Pop oder Jazz? Pop
Dein aktueller Lieblingssong? Ich fürchte, ich habe keinen. Ich weiß, das ist eine langweilige Antwort.

 

Elmar Kühn

Wie bist du zu Westklang gestoßen und was gefällt dir hier besonders?
Diana hat mich gefragt, ob ich aushelfen kann und so kam ich auf den Chor Entspannte Atmosphäre, Freude am Singen, die Energie und musikalische Ausrichtung

Was hast Du vor mit dem Chor?
Gemeinsames Musizieren von groovigem Pop und Jazz – Gemeinsames Improvisieren im Chor z.B. mit der Vocal Painting Methode – Gänsehaut-Momente kreieren

Was ist dein künstlerischer Werdegang?
Mit 7 Jahren in den Kinderchor der Oper Leipzig gekommen und dort bis zum 19. Lebensjahr geblieben (Jugendchor) – 2016 Schulmusik-Studium mit Jazz-Rock-Pop Gesang angefangen – Bei verschiedenen Projekten in der Hochschule „Musical & Opernproduktionen“ als Solist mitgewirkt – 2017 den französischen Chor „Le Petit Paris“ übernommen – 2018 Startschuss als Beatboxer & Loopstation-Artist

Was machst du sonst so?
Kraftsport – AcroYoga – Vegan kochen – Workshopleiter für „Musik mit Apps“ für Kinder in verschiedenen Projekten – Straßenmusik – Bouldern

Kaffee oder Tee? Kaffee
Süß oder Salzig? Salzig
Ballade oder Smash-Hit? Ballade
Dur oder Moll? Dur
Beat oder Offbeat? Beat
Pop oder Jazz? Jazz
Dein aktueller Lieblingssong? The Death of Us – Theo Katzman

Texte: Diana Labrenz, Elmar Kühn, Marie-Luise Wittwar, Karen Arnold;
Fotos: Diana Labrenz, Elmar Kühn

Was für ein Auftritt!

Wir und circa 9.500 weitere Sängerinnen und Sänger haben Leipzig am vergangenen Wochenende vor großem Publikum so richtig zum Klingen gebracht.

Westklang e. V. auf der Marktbühne, Deutsches Chorfest, Leipzig, 2022. Foto: Sächsischer Chorverband, @ Doc Winkler

Bei unseren beiden Auftritten haben wir vor zahlreichen Fans und Interessierten nicht nur zum ersten Mal unsere Westklang-Hymne von der Videoplattform auf die echte Bühne gebracht, sondern auch unsere bis dato künstlerische Leiterin, Karin (Grabein), gebührend und klangvoll verabschieden können.

Am Samstag zu unserem Konzert auf der Open-Air-Bühne auf dem Markt standen wir erstmals auf einer so großen Bühne vor so viel Publikum, das sich trotz des wechselhaften Wetters angesammelt hatte. Licht und Soundtechnik waren uns bis dahin eher fremd. Da schlotterte doch das ein oder andere Knie, als wir die Bretter, die die Welt bedeuten, voller Vorfreude und Nervosität betraten. Schließlich war es auch unser erster Auftritt überhaupt nach Einsetzen der Pandemie. Doch mit dem ersten Song „When you´re smiling“ kam nicht nur die Sonne raus, sondern auch unsere gute Laune. Wir konnten diese für uns neue Erfahrung genießen und verließen nach 20 Minuten mit Lust auf mehr die Bühne. Endlich – die Feuertaufe war bestanden: Wir trafen die meisten Töne, blieben im Rhythmus und vor allem hatten wir sehr viel Spaß mit Karin nochmals gemeinsam zu grooven.

Bei unserem zweiten Auftritt am Sonntag haben wir auf der AOK-Bühne im Clara-Zetkin-Park mit einem eigenen halbstündigen Konzert das Chorfest für uns ausklingen lassen. Wir durften ein letztes Mal unter der Leitung von Karin singen und so kullerte spätestens bei der Ballade „And so it goes“ von Billy Joel dann doch die eine oder andere Träne, was wir uns stimmlich aber fast nicht haben anmerken lassen.

Jedem Abschied wohnt auch ein Anfang inne und das Chorfest gab uns nicht nur die Möglichkeit, Karin nach über fünf Jahren intensiver Arbeit zu verabschieden, sondern wir konnten nun auch ganz offiziell Diana Labrenz als neue Chorleitung in unsere Reihen aufnehmen. Diana ist uns nicht völlig unbekannt, sie sprang bereits früher für Karin in Vertretung ein. Sie und Elmar Kühn werden ab nun die Chorleitung von Westklang übernehmen.

Wir hatten ein erlebnisreiches Wochenende, mit viel Gesang, großem Publikum, reichlich Sonnenstrahlen, einigen Freuden- und Abschiedstränen und haben uns riesig über all die Menschen gefreut, die kamen, um uns singen zu hören.

Danke!

PS: Nach dem Auftritt ist vor dem Auftritt. Der Kalender füllt sich und es folgen bald neue Projekte. Ihr dürft gespannt bleiben.

Text: Jakob Freese, Marie-Luise Wittwar;
Fotos: Doc Winkler, Birgitt Maier, Wolfgang Schmidt

Karin sagt Goodbye zu Westklang

Nachdem Karin Grabein Anfang diesen Jahres aus privaten Gründen den Dirigierstab für Westklang niederlegen musste, waren wir zunächst verunsichert, wie es für den Chor und die bereits geplanten Höhepunkte für 2022 weitergehen sollte. Doch wir wären nicht Westklang, wenn sich nicht unverhofft die nächste Tür geöffnet hätte: Diana Labrenz, die uns schon aus früheren Vertretungssituationen kannte, erklärte sich spontan bereit, aufs Erste die Leitung des Chors zu übernehmen. Dabei wollte es der Zufall, dass sich aus einer einmalig vertretenden Probe durch Elmar Kühn eine doppelte Chorleitung ergab. Zack, es konnte also weiter gehen.

Und weiter ging es: Teilnahme an den CHORwelten in Chemnitz mit Elmar an unserer Seite, bewertet von einer Jury. Dazu später mehr.

Nun wollen wir Karin zu Wort kommen und die letzten fünf Jahre Westklang mit ihr Revue passieren lassen. Und anschließend mit dem Blick nach vorn gerichtet, stellen sich Diana Labrenz und Elmar Kühn persönlich als unsere neuen Chorleiter des Vertrauens vor:

Karin Grabein, Initiatorin eines Chores, der über fünf Jahre hinweg zu ihrem Herzensprojekt in ihrem Wohnviertel Schleußig wurde:

Well, it’s time to go…

Nach über fünf Jahren mit WESTKLANG muss ich mich nun von Euch verabschieden. Aus familiären Gründen führt mein Weg mich zurück nach Baden-Württemberg und meine Zeit in Leipzig ist vorbei.

WESTKLANG war für mich nicht nur ein Job oder ein Projekt. WESTKLANG war ein wichtiger Teil von mir. Ich habe eine ganze Menge persönliche Energie in den Aufbau von WESTKLANG gesteckt, aber noch viel mehr von Euch zurück bekommen. Wir haben gemeinsam von ganz vorne angefangen und schon bei der ersten Probe war klar, dass hier viel Potential schlummert.

Eure Motivation und Eure Verbundenheit mit unserem Chor hat uns auch durch schwierige Zeiten getragen. Mit unserem Chorsong „WIR SIND WESTKLANG“ habt ihr gezeigt, dass ihr bereit seid in Euren Chor viel Zeit, Kraft und Herz zu investieren und ich freue mich sehr, dass ihr so eine starke Gemeinschaft geworden seid und auch nach meinem Weggang mit viel Elan und Freude weiter macht.

Ich freue mich darauf, mich beim Deutschen Chorfest mit zwei Konzerten nochmal von Euch verabschieden zu können und auch im Herbst bei unserem Jubiläumskonzert in Leipzig dabei zu sein. Auch wenn ich nicht mehr permanent in der Nähe bin, werden wir musikalisch wie persönlich verbunden bleiben! Ich nehme viele schöne und auch lehrreiche Erinnerungen an WESTKLANG mit auf meinen weiteren Schaffensweg.

DANKE für die tollen gemeinsamen Jahre, DANKE für Eure Treue und Eure Zeit, DANKE für Eure Geduld mit mir (vor Allem an den Vorstand :-)), DANKE für Eure tollen Stimmen vor allem DANKE, dass ich mit so tollen und positiven Menschen arbeiten durfte! IHR SEID SPITZE!

Eure Karin!